Ich bin Anthony Thet – Veranstalter für musikalische Teambuilding-Events, Sänger, Gitarrist und seit 2012 Dozent in der Erwachsenenbildung.
Und wenn ich zurückblicke, beginnt meine Geschichte nicht mit einem Karriereplan, sondern mit einem Klang: dem warmen Atem eines Cellos. Mein Vater Sonny Thet – klassischer Cellist und Mitglied der Band Bayon – brachte nicht nur Musik in unser Zuhause, sondern auch eine Herkunft, die weiter reicht als jede Landkarte. 1989 sind wir als Familie nach West-Berlin ausgereist. Für mich war das mehr als ein Umzug: Es war ein Neustart zwischen Sprachen, Straßenlärm und der stillen Frage, wo man eigentlich hingehört. Vielleicht ist genau daraus mein Antrieb entstanden: aus Momenten etwas zu machen, das verbindet.
Ab 2005 wurde ich zum Live-Gitarristen für verschiedene Künstler – unter anderem für Ich+Ich, Lutricia McNeal und Natasha Thomas. Und ja: auch Sting gehört als Referenz dazu. Sting bekam am 22. November 2019 in der Verti Music Hall, Berlin den “Hero Award” beim INTERNATIONAL MUSIC AWARD (IMA) – als Auszeichnung für sein Lebenswerk verliehen und ich durfte als Gitarrist dabei sein. Live zu spielen heißt, sich in den Dienst eines Moments zu stellen. Du hörst genauer hin, atmest im Tempo der Band, trägst Songs, die längst Millionen berührt haben – und du weißt: Heute Abend muss es echt sein. Keine zweite Chance. Kein Schnitt.
Von 2006 bis 2010 war ich Gitarrist der deutschen Pop-Rock-Band Asher Lane u. a. mit der Single „New Days“, die als Song zu einer NIVEA Imagekampagne in 90 Ländern lief. Das war Tourleben, Proberaum-Schweiß, Nightliner-Nächte und diese besondere Mischung aus Freiheit und Disziplin: Wenn du jeden Abend dieselben Songs spielst, werden sie zu Landkarten. Und du lernst, wie man ein Publikum nicht nur unterhält, sondern mitnimmt – über den Refrain hinaus.
2010 kam dann X Factor (Deutschland): Kameraaugen statt Clublicht, Lampenfieber in HD, betreut von Till Brönner. Was blieb, war etwas Größeres als der 4. Platz: die Erfahrung, wie öffentlich ein Traum sein kann, und wie wichtig es ist, trotzdem bei sich zu bleiben.
Heute ist mein Purpose klarer denn je: Ich will Musik nicht nur spielen – ich will Räume schaffen, in denen Menschen sich wieder spüren. Ich glaube an Songs wie an Brücken. An den Moment, in dem ein Akkord den Knoten löst. Und daran, dass man mit einer Gitarre in der Hand manchmal mehr Wahrheit sagen kann als mit hundert Sätzen.
Seit 2012 stehe ich nicht nur auf Bühnen, sondern auch vor Kursräumen – als Dozent in der Erwachsenenbildung. Ich durfte Lehraufträge an der University of West London, der SRH Hochschule der populären Künste, der Akademie Deutsche POP und am Forum Berufsbildung übernehmen. Und jedes Mal spüre ich denselben Moment: Wenn aus Unsicherheit plötzlich Klarheit wird. Wenn jemand merkt: „Okay – ich verstehe das. Ich kann das.“
Ich liebe es, wirtschaftliche Zusammenhänge so zu übersetzen, dass sie nicht trocken wirken, sondern greifbar werden – wie ein gutes Arrangement: strukturiert, logisch, mit einem Flow, der Sinn ergibt. Gemeinsam schauen wir hin, sortieren, bewerten – und bauen daraus Strategien, die im echten Leben funktionieren.
Am liebsten unterrichte ich Projektmanagement, Musik- & Eventmanagement, Marketing sowie Kommunikation und Sozialkompetenz – Themen, die Menschen nicht nur beruflich weiterbringen, sondern ihnen auch Selbstvertrauen geben. Aktuell bereite ich Umschüler:innen auf ihre IHK-Prüfungen vor. Und ehrlich: Ich freue mich wahnsinnig über diese Aufgabe. Weil ich jeden Tag sehe, wie viel Mut in Neuanfängen steckt – und wie erfüllend es ist, ein Stück Wegbegleiter zu sein, wenn jemand sich sein nächstes Kapitel erarbeitet.